Foto von Toni Pecoraro, Wikimedia Commons, gemeinfrei
Parco del Monte San Bartolo, Pesaro
Fiorenzuola di Focara
Fiorenzuola di Focara ist ein mittelalterliches Dorf des Comune di Pesaro in den Marche im Parco naturale regionale del Monte San Bartolo. Es liegt auf einem Felsvorsprung der Steilküste über der Adria zwischen Pesaro und Gabicce Mare. Vom Zentrum führt eine asphaltierte Straße in 10-15 Gehminuten zum freien Strand. Unterhalb der Steilküste ist der Aufenthalt nur in einem abgegrenzten, etwa 250 Meter langen Abschnitt erlaubt. Mit dem Bus ist das Dorf werktags vom Bahnhof Pesaro mit der Stadtlinie 14 von Adriabus erreichbar.
Das Dorf: das antike Castrum Florentii
Die mittelalterliche Burg Castrum Florentii war zwischen der Kirche von Ravenna und der von Pesaro umstritten und ging im 13. Jahrhundert endgültig an den Comune di Pesaro über. Sie war zusammen mit Casteldimezzo, Gradara und Granarola eine von vier Burgen, die zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert zur Kontrolle des Siligata-Passes entstanden.
Jahrhundertelang hieß der Ort nur Fiorenzuola. Der Zusatz „di Focara“ kam 1889 hinzu. Für den Namen gibt es zwei Erklärungen: Feuer an der Küste als Orientierung für Seefahrer oder Brennöfen für Ziegel und Terrakotta.
Wiederholte Erdbeben beschädigten das Dorf. Erhalten sind das Eingangstor, Teile der mittelalterlichen Mauern mit drei der fünf Bastionen des fünfeckigen Mauerrings und von der seit dem 12. Jahrhundert belegten Chiesa di Sant'Andrea der Glockenturm mit der Uhr auf dem Titelbild. Im Dorf befindet sich auch das Museo paleontologico „L. Sorbini“.
Focara in Dantes Inferno
Dante erwähnt Focara im 28. Gesang des Inferno. Das Vorgebirge erscheint wegen seines von Seefahrern gefürchteten Windes in der Prophezeiung über die beiden Bürger aus Fano, die vor Cattolica ertränkt wurden. Eine Tafel über dem Dorftor trägt die Verse.
Der Strand: Abstieg und erlaubte Aufenthaltsbereiche
Im Dorfzentrum beginnt die asphaltierte Strada della Marina, die zu einer betonierten Fläche am Strand führt. Der Abstieg dauert zu Fuß 10-15 Minuten, der Aufstieg etwas länger. Der freie Strand besteht aus Sand und „Cogoli“, vom Meer rund geschliffenen Kieseln.
Es gibt auch einen offiziellen Parkweg, die Route 3 „Dalle Siligate al Mare“. Sie beginnt an der Statale Adriatica in Siligate, durchquert einen kleinen Wald an der Steilküste und erreicht den Strand: 2,3 Kilometer, etwa 45 Minuten.
Die Strandregeln sind in zwei Verordnungen des Comune di Pesaro und einer Verordnung der Capitaneria di porto festgelegt.
| Rechtsakt | Regelung |
|---|---|
| Comune di Pesaro, Verordnung 1103/2010 | Der Strand ist von der betonierten Fläche aus nur 100 m Richtung Vallugola und 150 m Richtung Pesaro öffentlich zugänglich, mit mindestens 15 m Abstand zum Fuß der Steilküste |
| Comune di Pesaro, Verordnung 1179/2013 | Ganzjähriges Betretungsverbot für die übrige Küste unterhalb der Steilküste zwischen Sottomonte (Baia Flaminia) und Vallugola |
| Capitaneria di porto di Pesaro, Badesicherheitsverordnung Nr. 14/2026 | Badeverbot innerhalb von 20 m vom Ufer im selben Abschnitt, außer vor dem Strand von Fiorenzuola; das Betreten der Wellenbrecher ist verboten |
Die geltenden Verordnungen stehen auf der Seite Normativa del demanio del Comune di Pesaro. Die Verordnung von 2010 überträgt der Parkverwaltung die laufende Überwachung der Steilküste, weil starke Regenfälle Material aus der Felswand lösen können.
Casteldimezzo und die Parkwege
Nördlich von Fiorenzuola in Richtung Gabicce liegt Casteldimezzo, das Castrum Medii. Sein Name erklärt sich durch die Lage zwischen den Burgen von Gabicce und Fiorenzuola. Vom Dorf auf etwa 200 Metern über dem Meer reicht der Blick bis zur Burg von Gradara und zum Monte Catria. Die Chiesa dei Santi Apollinare e Cristoforo bewahrt ein Jacobello del Fiore zugeschriebenes Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert.
Die Parkroute 4 verbindet das archäologische Gebiet Colombarone über Casteldimezzo mit dem Museo paleontologico di Fiorenzuola: 4,5 Kilometer, etwa eineinhalb Stunden. Die Dorfübersicht der Parkverwaltung beschreibt die weiteren Orte des Vorgebirges.
Anreise nach Fiorenzuola
Mit dem Auto führt die Anreise von der Statale Adriatica bei Siligata über die Straße nach Fiorenzuola di Focara oder über die Strada Panoramica durch den Park. Seit dem 20. Oktober 2019 ist die Panoramica sonntags von 6.30 bis 12 Uhr für den Verkehr gesperrt und Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Die Straße ab Siligata bleibt geöffnet.
Die Stadtbuslinie 14 von Adriabus fährt vom Bahnhof Pesaro in etwa einer halben Stunde nach Fiorenzuola Centro, nur werktags und mit wenigen Fahrten täglich (Winterfahrplan 2026-2027). Im Sommer 2026 betrieben der Comune di Pesaro und Adriabus außerdem an ausgewählten Tagen von Ende Juni bis Anfang September einen kostenlosen Shuttle zwischen dem Bahnhof Pesaro, den Parkdörfern und Gabicce Mare.
Ab Gabicce Mare lässt sich Fiorenzuola mit weiteren Ausflügen ab Gabicce Mare auf dem Vorgebirge verbinden, etwa nach Gabicce Monte und zur Bucht von Vallugola.
Quellen: Ente Parco naturale regionale del Monte San Bartolo, Seiten zu den Dörfern und Routen 3 und 4; Regione Marche, Portal letsmarche.it; Comune di Pesaro, Verordnungen 1103/2010 und 1179/2013, Seiten „Navette estive 2026“ und „Camminare nel San Bartolo“; Capitaneria di porto di Pesaro, Badesicherheitsverordnung Nr. 14/2026; Adriabus, Stadtfahrplan Pesaro 2026-2027; abgerufen am 10. Oktober 2026.