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Riviera Romagnola Die neun Küstenorte
Die Steinmauern des Castello di Montebello mit Backsteinbögen und dem polygonalen Turm rechts

Foto von Lamberto Zannotti, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Valmarecchia, Hinterland von Rimini

Castello di Montebello und die Legende von Azzurrina

Das Castello di Azzurrina ist das Castello di Montebello in der Gemeinde Poggio Torriana in der Valmarecchia. Von der A14-Ausfahrt Rimini Nord sind es 14 Kilometer bis Torriana und weitere 3 bis Montebello. Tagsüber ist der Besuch ohne Buchung möglich; die Nachtführung muss gebucht werden und ist ab 11 Jahren zugänglich. Der Name stammt von der Legende um Azzurrina, das Mädchen, das 1375 in der Burg verschwunden sein soll. Der Kulturerbekatalog der Regione Emilia-Romagna ordnet die Begebenheit als Legende ein.

Die Legende von Azzurrina

Der Erzählung zufolge verschwand Guendalina, die Tochter des Lehnsherrn, am 21. Juni 1375 in der Festung und wurde nie wiedergefunden. Der Betreiber erklärt den Spitznamen folgendermaßen: Das Mädchen hatte Albinismus; die Eltern färbten ihr Haar, um dies zu verbergen, und auf dem weißen Haar wurde die Farbe bläulich. Heute trägt ein Korridor in der Burg ihren Namen.

Die Burg ist seit 1989 als Museum geöffnet. Ein Jahr später, am 21. Juni 1990, machten Tontechniker die ersten Aufnahmen in den Räumen. Diese Geräusche, die die Legende der Stimme des Mädchens zuschreibt, sind während des Besuchs zu hören. Erzählung und Aufnahmen sind tagsüber und nachts dieselben. Der Tagesbesuch umfasst auch sämtliche Räume der Burg und die historischen Möbel.

Ein gewölbter Korridor im Castello di Montebello mit Terrakottaboden, Holzgeländer und einem Bild in einer Nische
Foto von RobertoReggi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Geschichte der Burg

Das Castrum Montisbelli, der „Berg des Krieges“, entstand vermutlich um das Jahr 1000 auf einem Felssporn über den Tälern des Marecchia und Uso in 436 Metern Höhe. 1186 verkaufte Ugo Maltalone es zusammen mit Scorticata, dem heutigen Torriana, an die Malatesta. 1462 wurde Sigismondo Pandolfo Malatesta vom päpstlichen Heer unter Federico da Montefeltro besiegt. Zwei Jahre später gab der Papst Montebello Gianfrancesco Guidi di Bagno als Lehen.

Seitdem gehört die Burg den Guidi di Bagno, die sie von einer Festung in eine Residenz umgestalteten und noch heute besitzen. Nach Schäden durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie von 1968 bis 1973 und erneut 1989 vor der Öffnung für Besucher restauriert.

In den Räumen sind Möbel des 14. bis 17. Jahrhunderts, Einrichtungsgegenstände, Gemälde und der Stammbaum der Guidi zu sehen. Neben der Residenz bestehen militärische Bauteile fort, etwa die im 18. Jahrhundert veränderte Waffenkammer.

Das Castello di Montebello auf einer bewaldeten Felskuppe aus der Ferne unter klarem Himmel
Foto von Carlo Pelagalli, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Besuchstage und Bedingungen

ZeitraumTagesbesuchNachtführung
Vom 14. September bis zum 31. MaiSamstags, sonntags und an Feiertagen ohne Buchung (am 25. Dezember geschlossen)Samstagabend, nur mit Buchung
JuniTäglich außer montagsFreitags, samstags und sonntags mit Buchung
JuliTäglich außer montagsJeden Abend außer montags mit Buchung
AugustTäglichJeden Abend mit Buchung
Vom 1. bis zum 13. SeptemberTäglich außer montagsFreitags, samstags und sonntags mit Buchung

Der Tagesbesuch eignet sich für jedes Alter; an der Nachtführung dürfen Kinder ab 11 Jahren teilnehmen. Bei Schnee bleibt die Burg geschlossen. Zeiten, Eintrittskarten und Buchungen stehen unter Öffnungszeiten und Preise des Castello di Montebello.

Der polygonale Turm von Montebello aus Stein und Backstein oberhalb einer Kieselrampe neben der Ringmauer
Foto von Lorenzo Gaudenzi, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Anreise nach Montebello

Die Burg liegt in der Via Castello di Montebello 25. Mit dem Auto verlässt man die A14 an der Ausfahrt Rimini Nord in Richtung Santarcangelo, folgt der Beschilderung nach Torriana und fährt weiter nach Montebello. Der Betreiber weist darauf hin, den Schildern zum „Castello di Torriana“ nicht zu folgen, da es sich um einen anderen Ort handelt.

Ohne Auto geht es zunächst mit dem Regionalzug oder der Buslinie 9 ab Bahnhof Rimini zum Bahnhof Santarcangelo di Romagna. Von dort fährt die Start-Romagna-Linie 166 hinauf nach Torriana und Montebello. Für die abends beginnende Nachtführung ist besonders die letzte Rückfahrt entscheidend.

Torriana von oben mit dem Marecchia-Tal: Die Straße nach Montebello durchquert den Ort und führt dann noch 3 km weiter
Foto von Pelekano, Wikimedia Commons, Public domain

Das Dorf Montebello

Das Dorf liegt um die Festung innerhalb einer steinernen Ringmauer mit zwei polygonalen Türmen. Der Zugang führt durch ein Bogentor mit dem steinernen Wappen der Guidi und der Colonna di Zagarolo aus dem 16. Jahrhundert. Im Inneren stehen wenige Häuser, die Kirche und die Burg auf dem Felssporn.

Der Steinturm des Dorfs Montebello mit zwei Bogenöffnungen oben am Ende einer gepflasterten Straße zwischen Häusern
Foto von Icio747~commonswiki, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Weitere Burgen der Valmarecchia

Montebello lässt sich gut mit einem Spaziergang in Santarcangelo di Romagna an derselben Straße oder mit der Rocca di Verucchio verbinden. Weiter oben im Tal liegt die Fortezza di San Leo, in deren Gefängnis Cagliostro eingesperrt war. In Richtung Marche liegt die Rocca di Gradara, die der Überlieferung nach mit der von Dante erzählten Geschichte von Paolo und Francesca verbunden ist. Alle werden im Reiseführer zu den Burgen der Romagna beschrieben.

Die Rocca Malatestiana di Verucchio von einem steinernen Weg aus mit kahlen Bäumen und bewölktem Himmel
Foto von Vinicio62, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Quellen: Castello di Montebello, Seiten „Orari e prezzi“, „La storia“, „La leggenda“, „Domande frequenti“ und „Contatti“; Regione Emilia-Romagna, Katalog PatER, Eintrag „Castello di Montebello o dei Guidi di Bagno“; Start Romagna, Linie 166; abgerufen am 10. Oktober 2026.